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| Jahrgang 1969, Generation Golf.
Aufgewachsen auf der kleinen Halbinsel
Eiderstedt (Nordfriesland) an der Nordsee, zog ich Ende 1998 nach
Gelsenkirchen in das Herz des Ruhrgebiets. Der Wechsel
vom platten Land mitten in eine vom Strukturwandel geprägten
Industrielandschaft ließ einige Fragen offen:
- Was war hier bisher geschehen? - Wie konnte es dazu kommen? Industriekultur Zur geschichtlichen Konstellation der neuen Wahlheimat wurde die fotografische Auseinandersetzung für mich immer wichtiger. Den Anstoß, diese Erfahrungen im Rahmen einer Internetpräsenz mit anderen zu teilen, war ein erster Kontakt mit der Industriekultur bei einer erlaubnisfreien Begehung der Kokerei Zollverein in Essen-Katernberg 1999. Es folgten Jahre der Fotografie von schwerindustriellen Objekten wie Kokereien, Stahlwerke und Zechen. Dem Abrisswahn der frühen 2000er Jahre folgte ein Mangel an Objekten, nicht nur im Ruhrgebiet. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Videos. Urban Exploring Die logische Konsequenz einer Weiterführung meiner Interessen habe ich im Urban Exploring gefunden. Der demografische Wandel, Wirtschaftskrisen aber auch politische Veränderung hinterlassen deutliche Narben in unserer urbanen Umgebung: Verlassene Krankenhäuser, Kasernen, Hotels und Schulen. Vergessene Herrenhäuser, ganze Wohnsiedlungen sind sich selbst überlassen. Wer genau hinsieht, findet Spuren von Leben. Wer sich auf sie einlässt, erlebt einzigartige Eindrücke. Es ist, als ob man sich im Auge des Hurricans befindet: Draußen auf der Straße fließt das Leben vorbei, die Welt um mich herum dreht sich immer schneller. Durch ein offenes Fenster klettere ich in das verlassene Haus. Durch die grauen Gardinen dringt ein gedämpftes Licht in den Raum. Ein feuchter, fast aufdringlicher, modriger Duft nimmt mich ein. Es ist still, viel zu still in diesem Haus. Wer sich in diesen Momenten öffnet, dem werden Geschichten erzählt. Geschichten aus einer besseren Zeit. Aus einer Zeit, in der die Farben intensiver waren und das Licht heller. Geschichten über Nächte voll von Wundern. Geschichten über Freundschaften, voller Fluss und Leben. Gefangen in einer Welt, belastet durch Wunsch und Ehrgeiz gibt es die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden. Hier finde ich diese Erfüllung. Für einen kleinen Augenblick bin ich nicht mehr auf dieser Welt. Zeit spielt keine Rolle mehr, materielle Dinge haben keinen Wert... Für die einen ist es eine Erfahrung. Für einige ist es eine Flucht. Für mich ist es eine Offenbarung. Alles, was man von diesen Orten mitnehmen kann, ist die Erinnerung daran. Und Fotos - Fotos, die diese Stimmungen in ihrer eigenen Weise wiedergeben können. Manchmal gelingt es mir, die Stimmungen zu transferieren. Wenngleich die Momente einzigartig sind und bleiben. Für immer. *** Maxime: "Take nothing but photos. Leave nothing but foots prints"
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