NSA-Abhörstation Teufelsberg


Die Abhörstation Teufelsberg, im Westen Berlins gelegen, war in der Zeit des Kalten Krieges der wichtigste
Geheimdienstliche Ort der Amerikaner und Briten. Der Berg ist 114 Meter hoch und somit der höchste Punkt Berlins - eine perfekte HF-Lage. Ab 1951 - zunächst noch mit mobilen Installationen - wurde hier ein bedeutender "Horchposten" aufgebaut. Bis 1990 war die US-Army, die US-Air Force Intelligence zusammen mit der NSA hier stationiert, um das Abhören und Stören des Ostblock-Funkverkehr durchzuführen. Die Abhörstation Teufelsberg war wichtigster Bestandteil des weltweit umspannenden Spionagenetzes "Echelon". 230 Menschen haben hier im Schichtdienst gearbeitet. Telefongespräche von Erich Honecker wurden angezapft, Funkübertragungen militärischer Einheiten gescannt und entschlüsselt. Der Irrsinn des Kalten Krieges zeigte sich gerade hier von seiner besten Seite. Nach der Wende zogen die amerikanischen Einheiten ab, es gab eine kurze Nutzung für die zivile Luftfahrt. Später war eine Folgenutzung (Luxusappartements, Hotel, Tagungsräume) geplant, die jedoch alle scheiterten. Nachdem 2003 die Bewachung eingestellt wurde, begann - wie üblich - ein hirnloser Vandalismus. Mittlerweile wird das Gelände wieder bewacht. Der private Investor, der nicht nur eine exklusive Wohnanlage plante, sondern ebenso ein Museum, scheiterte mit seinen Plänen und ist mittlerweile insolvent. Inzwischen machen sich Wanderer, Mountainbiker und im Winter die Skifahrer die 114m des Teufelsbergs zunutze. Es ist zwar kein Museum entstanden, aber das Gelände kann mit einer geführten Besichtigung erschlossen werden.
Der eiskalte Atem des Kalten Krieges traf mich spätestens in den büroähnlichen Baracken. Die aus dem Äther eingefangenen Signale wurden hier aufbereitet, entschlüsselt, analysiert und bewertet. Eine Speicherung erfolgt bisweilen in Papierform, was den großen Aufwand an Aktenvernichtungsanlagen begründet, die hier noch stehen. Mit einem unglaublichen technischen wie auch personellen Aufwand wurde hier Spionage verrichtet. Bemerkenswert sind die Radoms. So nennt man die runden Radarkuppeln, in denen die hochempfindlichen Geräte standen. Eine unglaubliche Akustik herrscht in diesen Bauwerken. Die Berliner nennen die markanten runden Bälle liebevoll "Pfeffer und Salz"

Außergewöhnlich ist auch die eigentliche Geschichte des Teufelsbergs: Nach Ende des 2. Weltkrieges entstand dieser durch Aufschüttung aus Trümmerschutt von 400.000 zerbombten Häusern. Und das ausgerechnet auf den Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät des NS-Projektes "Welthauptstadt
Germania" der Nazis. Lange Zeit gab es Gerüchte, nachdem die Amerikaner in den Berg einen Bunker gebaut haben, der bis in die verschüttete Gebäude reichen sollte. Sinn für einen Bunker gab es - die Anlagen auf dem Teufelsberg wären das erste Ziel bei einem Primärangriff gewesen. Recherchen und Grabungen haben diese Gerüchte jedoch nicht bestätigen können. Bilder vom Herbst 2008.

Update 06/2013: Die aktuelle Diskussion um die Abhörskandale von
PRISM und Tempora, die von Edward Snowden aufgedeckt wurden, zeigen einmal mehr, dass dieses Thema nicht unbedingt neu ist. Neu ist der gigantische Umfang, der durch neue Technologien jetzt möglich ist.