Gefangen in einer Welt, belastet durch Wunsch und Ehrgeiz, gibt es die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden.
Daniel Hinze

Um was geht es hier?


Der demographische Wandel,
Wirtschaftskrisen aber auch politische Veränderung hinterlassen deutliche Narben in unserer urbanen Umgebung: Verlassene Hotels, leere Krankenhäuser, aufgegebene Kasernen, verwaiste Schulen und stillgelegte Industrien. Vergessene Herrenhäuser, ganze Wohnsiedlungen sind sich selbst überlassen. Wer genau hinsieht, findet in ihnen Spuren von Leben. Wer sich auf sie einlässt, erlebt einzigartige Eindrücke.

„Es ist, als ob man sich im Auge des Hurrikans befindet: Draußen auf der Straße fließt das Leben vorbei, die Welt um mich herum dreht sich viel zu schnell. Durch eines offenen Fensters klettere ich in das verlassene Haus. Gedämpftes Licht fällt durch die vergrauten Gardinen. Ein feuchter, fast aufdringlicher, modriger Duft nimmt mich ein. Es ist still, viel zu still in diesem Haus. Wer sich in diesen Momenten öffnet, dem werden Geschichten erzählt. Geschichten aus einer besseren Zeit. Aus einer Zeit, in der die Farben intensiver waren und das Licht heller. Geschichten über Nächte voll von Wundern. Geschichten über Freundschaften, voller Fluss und Leben. Gefangen in einer Welt, belastet durch Wunsch und Ehrgeiz, gibt es die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden. Hier finde ich diese Erfüllung. Für einen kleinen Augenblick bin ich nicht mehr auf dieser Welt. Zeit spielt keine Rolle, materielle Dinge haben keinen Wert.“

Alles, was man von diesen Orten mitnehmen kann, ist die
Erinnerung daran. Und Fotos - Fotos, die diese Stimmungen in ihrer eigenen Weise wiedergeben können. Manchmal gelingt es mir, die Stimmungen zu transferieren. Wenngleich die Momente einzigartig sind und bleiben. Für immer.